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Atommüll in Deutschland: Zwischenlager-Konzept gescheitert

Die Zwischenlager für hochradioaktiven Atommüll entsprechen schon heute nicht dem Stand der Technik. Ihre Genehmigungen laufen aus, lange bevor ein Endlager für Atommüll bereitsteht, falls überhaupt ein Endlager gefunden werden kann.

Über 70 Verbände und Initiativen weisen deshalb mit einem Positionspapier auf Sicherheitsdefizite und Wissenslücken hin. Sie fordern ein tragfähiges Konzept von den verantwortlichen Behörden.

Unnötige Atomtransporte sollen vermieden werden, und die Öffentlichkeit soll an Entscheidungen teilhaben.

2019: Brisante Castor-Transporte ins Atommülllager Ahaus?

In diesem Jahr wird das Scheitern des Atommüll-Konzepts besonders deutlich:

Für 2019 sind Castor-Transporte mit hoch-angereichertem Atommüll aus dem Forschungsreaktor in Garching, sowie des AVR in Jülich angekündigt. Dabei gehört Ahaus zu den Lagern, die als erstes ihre Genehmigung verlieren (2036, Gorleben schon im Jahr 2034).

Diese Atomtransporte lehnen wir ab, damit Ahaus nicht faktisch zum Endloslager wird.

In Ahaus selbst formiert sich Widerstand gegen die angekündigten Castor-Transporte.

Hoch angereicherter Atommüll aus dem Forschungsreaktor in Garching

Eine hitzige Debatte wird um den Forschungsreaktor in Garching geführt, nicht zuletzt, weil er entgegen internationaler Abrüstungsprogramme 2004 mit hoch-angereichertem Uran in Betrieb gegangen ist. Schon zwei Fristen zur Umrüstung des Reaktors sind mittlerweile verstrichen.

Selbst der Atommüll aus dem Reaktor enthält noch zu 87 Prozent angereichertes Uran, dass für den Bau von Atomwaffen missbraucht werden könnte, sollte es in die falschen Hände geraten. Über 300 Kilogramm Bombenstoff lagert somit vor den Toren Münchens in Form von verbrauchten Brennelementen. Das Abklingbecken des Reaktors ist damit prall gefüllt, deswegen sind für dieses Jahr (2019) Castor-Transporte nach Ahaus geplant.

Wir fordern stattdessen den Verbleib des Atommülls in Garching, und den Bau einer Konditionierungsanlage zur Abreicherung des Urans vor Ort.

Brisanter Atommüll aus Jülich

Im Zwischenlager Jülich warten 152 Castor-Behälter mit 288.161 Brennelementkugeln aus dem Betrieb des ehemaligen Versuchreaktors Jülich (AVR) auf ihren künftigen Verbleib. Seit 2014 hat die veraltete Lagerhalle ihre Bertriebsgenehmigung verloren, seitdem suchen die Verantwortlichen nach einer Lösung für die Misere. Die Betreiber planen einen kostengünstigen Abtransport nach Ahaus oder den illegalen Export in die USA.

Wir fordern: Keine Verbringung der Brennelementbehälter mit unkalkulierbarem Inhalt aus Jülich nach Ahaus! Stattdessen Bau einer erdbebensicheren Lagerhalle in Jülich und Entwicklung von Konzepten zur endlagergerechten Verpackung dieser Brennelemente in Jülich!